Mittwoch, 21. Januar 2015

Rezension zu "Eichenweisen" von Felicity Green

Inhalt:
Als die achtzehnjährige Alice nach einem Unfall aus dem Koma aufwacht, spricht sie plötzlich eine andere Sprache. Sie hat die Erinnerungen einer anderen Person aus einer anderen Zeit … und an eine verbotene Liebe. Alice begibt sich in Irland auf die Suche nach Spuren von Ciara, dem Mädchen, das nun ein Teil von ihr ist und droht, ihre Persönlichkeit immer mehr einzunehmen. In Connemara muss sie am eigenen Leibe erleben, dass keltische Mythen mehr als nur Märchen sind und dass das Geheimnis eines alten irischen Volkes auf mysteriöse Weise mit ihrem Schicksal verknüpft ist...

Meine Meinung:
Der erste Roman der Autorin Felicity Green nimmt einen mit auf eine phantastische Reise nach Irland mit all seinen Mythen und Wesen wie Hexen und Elfen.
Das Buch ist spannend zu lesen und der Erzählstil hat mir gut gefallen. Alice, die Heldin der Geschichte, ist sympathisch und stark und ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Man ist von Anfang an mittendrin in der Handlung, und bis zum Schluss gab es Wendungen, die mich überrascht und gefesselt haben.
Sehr gefallen haben mir die in die Handlung eingeflochtenen Mythen der Kelten, die so eng mit Irland verbunden sind.

Das Buch endet spannend und fast mit einem „Cliffhanger“- ich werde ganz sicher den Fortsetzungsband „Efeuranken“ lesen wollen und hoffe, dass er bald erscheint.
Eichenweisen“ hat mir wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt, neue Autoren und eben auch Indie-Autoren und ihre Werke kennenzulernen.
Ich würde das Buch jedem empfehlen, der Fantasy, starke Heldinnen oder einfach nur Irland gerne mag!

Freitag, 2. Januar 2015

"Guardian Angel" von Kirsten Greco

Es ist Zeit, Melody...“

Die 25jährige Melody ist erfolgreiche Mitinhaberin des Cafés „Sweet Tooth“ in Chicago. Sie widmet sich ihrer Arbeit mit Hingabe und viel Liebe.
Doch seltsame Träume und Visionen, unerklärliche Schwächeanfälle und schließlich ein seltsames Zeichen, das auf ihrem Arm erscheint, machen ihr Sorgen.
Ihre Mutter bringt schließlich Licht ins Dunkel- sie nimmt Melody mit ins kleine Städtchen Silver Crossing. Melody erfährt, dass sie ein Medium ist, wie schon zuvor ihre Mutter und ihre Großmutter. Als solches soll sie mit dem Schutzengel Holly zusammenarbeiten, und mit ihr gemeinsam Leben und Seelen vor Dämonen zu retten.
Eine anstrengende und gefährliche Aufgabe, wie Melody bald zu spüren bekommt. Das Training mit Engel Holly ist kein Spaziergang, und bald gerät Melody in bedrohliche Situationen. Doch da ist auch noch der attraktive Farmer Tristan, der wie sie diese besonderen Fähigkeiten hat und ihr zur Seite steht...

Die Autorin Kirsten Greco wurde in Iserlohn geboren und lebt seit 1999 mit ihrer Familie in Michigan, USA.
Sie hat mit diesem Buch ein phantasievolles, spannendes Werk geschrieben, das mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat.
Melody und Tristan sind beeindruckende, sehr menschliche Helden in dieser Geschichte, aber auch die weiteren Personen wie Melodys Freund Sam oder der alte Spencer sind liebevoll beschrieben und wachsen einem ans Herz.
Das Buch ist angenehm flüssig und sehr spannend zu lesen. Man begleitet Melody, die unfreiwillig in ein völlig neues Leben geworfen wird, und fühlt mit ihr mit.
Mir hat dabei gefallen, dass das Buch unterhaltsam und gut zu lesen ist, voller Gefühl- aber nie oberflächlich oder kitschig wird.
Ich habe mit den Personen mitgefühlt und mitgebangt, das Buch war eine richtig schöne Ferienlektüre für mich und wird noch nachklingen.
Ich freue mich auf weitere Werke der Autorin und möchte „Guardian Angel“ jedem ans Herz legen, der phantasievolle, unterhaltsame Geschichten mit realistisch gezeichneten, sympathischen Charakteren mag. Auch für Nicht-Fantasyfans sicher eine gute Lektüre.
Eine klare Leseempfehlung von mir!

Donnerstag, 25. Dezember 2014

"Der wahre Reisende ist derjenige, der ahnt, dass er niemals ankommen wird"- Edgar Degas

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Eine Welt ohne Farben?


Die Autorin Sharon Dodua Otoo hat mit „Synchronicity“ ein ungewöhnliches Buch in 24 Teilen geschrieben.
Ich habe es in den 24 Tagen bis Weihnachten wie einen Adventskalender gelesen, und das Buch hat mich täglich auf's Neue überrascht, berührt und begeistert.
Es war wie ein Puzzle, das nach und nach zur Vollendung kommt.

Cee merkt kurz vor Weihnachten von Tag zu Tag, dass sie ihre Farben verliert- nach und nach wird die Welt immer grauer, jeden Tag fehlt ein Farbton. Cee weiß, dass auch die Frauen vor ihr das durchgemacht haben und versucht, damit zu leben, doch in ihrer Einsamkeit ist das doppelt schwer.
Sie versucht, auch mit diesem Verlust umzugehen - mit Verlusten in ihrem Leben hat sie Erfahrung – und begibt sich nach und nach auf eine Reise zu sich selbst und aus ihrer selbstgewählten Isolation heraus...

Die Geschichte zeigt für mich, wie wichtig es ist, den eigenen Weg zu gehen, und wie wichtig dabei aber auch die sind, die wir lieben.
Ein Buch, das manchmal traurig ist, aber auch voller positiver Kraft und Hoffnung, es hat mich zum Nachdenken angeregt. 
Erwähnen möchte ich auch noch die kraftvollen Bilder von Sita Ngoumou, die das Buch illustrieren und begleiten.

Ein ganz besonderer Lesetipp!




Dienstag, 23. Dezember 2014

Rezension zu "Das Blubbern von Glück" von Barry Jonsberg, erschienen bei Random House/cbt

 


"Du singst dein eigenes Lied, Pumpkin, und du tanzt nach deiner eigenen Melodie. Du siehst die Welt mit anderen Augen als wir. Und weißt du was? Manchmal wünschte ich, jeder sähe sie mit deinen Augen. Ich weiß, dass die Welt dann ein besserer Ort wäre.“ - Onkel Brian zu Candice

Candice Phee ist 12 Jahre alt und ein ganz besonderes Mädchen.
Sie ist sehr offen und ehrlich, sehr klug, und sie sieht die Dinge des Lebens auf ihre eigene Art.
Candice hat es nicht leicht im Leben: in der Schule gilt sie als seltsam und ist ein Außenseiter, und es fällt ihr oft nicht leicht, auf andere zuzugehen. Dann kann sie manchmal nur über geschriebene Notizen kommunizieren statt zu sprechen. Die größten Probleme gibt es aber in ihrer Familie: Nach einem furchtbaren Schicksalsschlag ist ihre Mutter depressiv, ihre Eltern haben sich auseinandergelebt, ihr Vater ist mit seinem Bruder verstritten. Dieser ist Candice' geliebter Onkel Brian, der ihr sehr wichtig ist.
Das ist eigentlich alles ein bißchen viel für ein so junges Mädchen, aber Candice gibt nicht auf: Ihre Mission ist es, alle glücklicher zu machen. Ihre Eltern, ihren Onkel Brian, selbst ihre Lehrerin, die wegen ihres Auges verspottet wird. Und da gibt es noch Douglas Benson, ihren Freund, der glaubt, einer anderen Dimension zu entstammen. Keine leichte Aufgabe für Candice, aber sie macht sich voller Zuversicht daran, die Welt zu verbessern...

Der australische Kinder- und Jugendbuchautor Barry Jonsberg hat ein zauberhaftes Buch geschrieben, das mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat.
Candice ist eine wunderbare, witzige, rührende Heldin, wie es sie selten gibt.
Sie schreibt ihre Betrachtungen und Erinnerungen wie ein Alphabet von A-Z, ausgehend von einem Erlebnisbericht für die Schule, der bei ihr eben ein ganzes Buch wird.
Sie erzählt von ihrer chaotischen Familie, ihrem reichen Onkel Brian, ihrem Fisch Erdferkel, ihrer Schule, von Douglas aus einer anderen Dimension, von Trauer und Hoffnung. Das alles ist wunderbar zu lesen und lässt einen die Welt wirklich mit Candice' Augen sehen.
Ich habe mit Candice gelacht und geweint, gehofft und mich gefreut- und ich hätte am Schluss noch weiterlesen können, so sehr hat mir das Buch gefallen. Eines meiner absoluten Lese-Highlights in diesem Jahr, zu Recht mit dem Children's Peace Literature Award ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt.
Meiner Meinung nach ist es kein ausgesprochenes Kinderbuch, ich empfehle es auch für ältere Leser. Ich würde mir wünschen, dass Leute allen Alters Candice und ihre Welt entdecken. Von mir eine ganz besondere Leseempfehlung für dieses warmherzige und unvergessliche Buch!



Rezension zu "Regenzeitversuchung" von Lisa Brokemper


Jana ist 20, hat gerade ihr Tiermedizin-Studium abgebrochen und weiß nicht so genau, wie es mit ihrer Zukunft so weitergehen soll.
Um den Alltag vorerst hinter sich zu lassen, entscheidet sie sich für ein Auslandsjahr. Im Dorf Singburi in Thailand wird sie bei einer deutschen Gastfamilie wohnen und in einem Waisenhaus arbeiten.
Von Anfang an fühlt sie sich zu ihrem Gastvater hingezogen, und da ist auch Hannes, der mit ihr im Waisenhaus arbeitet. Dies sorgt für Spannungen, die beinahe in einer Katastrophe gipfeln.
Durch ihre Erlebnisse in dem Land fern der Heimat, der Begegnung mit der fremden Kultur und ihre verwirrenden Gefühle beginnt Jana, intensiv über ihr eigenes Leben und ihre Zukunft nachzudenken...

Dieses Buch ist der Debütroman der jungen Autorin Lisa Brokemper.
Von Anfang an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und mit auf die Reise in eine ferne Welt genommen. Man kann sich die Hitze vorstellen, die Gerüche, Farben, die Menschen und den kleinen Ort, wo die Gastfamilie lebt.

Jana ist eine sehr sympathische Heldin, deren Gedanken, Gefühle und auch Zweifel sehr gut nachfühlbar werden.
Die Geschichte ist spannend, stimmig und flüssig erzählt, und die Charaktere sind liebevoll und detailliert beschrieben.
Man spürt, dass die Autorin selbst in Thailand war und das Erzählte ist jederzeit authentisch und glaubhaft. Das hat mir sehr gut gefallen!
Für mich ist das Buch eine Entdeckung und Überraschung, es ist eines der schönsten Geschichten, die ich 2014 gelesen habe.
Ich hoffe, in Zukunft noch mehr von Lisa Brokemper zu lesen.
Absolute Leseempfehlung!
Der Duft von Kirschblütenworten


In diesem schön aufgemachten Band sind Kurzgeschichten und Gedichte der Autorin Klaudia Frechen versammelt, die wirklich so vielfältig sind wie das Leben.

Anna träumt von einer geheimnisvollen Telefonnummer, die sie nicht mehr loswird. Ina befreit sich von ihrem erdrückenden Familienleben. Eine junge Frau findet neue Perspektiven im Süden Frankreichs.
Frauen- und Alltagsgeschichten sind es zumeist, und so manch eine wird sich darin wiederfinden. Mal tragisch, mal mit einem Schmunzeln erzählt, aber immer berührend, das Lesen hat mir viel Spaß gemacht!

Die Gedichte verleiten zum Träumen und bringen Gefühle gut auf den Punkt. Ergänzt wird das Ganze durch stimmungsvolle Fotos der Fotografin Ingrid Klein und von der Autorin selbst.

Egal welches Thema- immer hat es die Autorin geschafft, mich zu berühren, mich in die Person hineinzuversetzen, über die man in der jeweiligen Geschichte erfährt. Die Sprache ist klar und schön zu lesen. Das Buch eignet sich nicht nur wunderbar zum Selberlesen, sondern auch gut zum Verschenken.
Von mir eine klare Leseempfehlung, ich würde mich freuen, wenn dieses schöne Buch viele Leser findet!